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Kamimachi Electronic City

Illustration: Kamimachi Electronic City

Kamimachi Electronic City ist das Zentrum für Unterhaltungselektronik, Spielkultur und konsumierbare Zukunft. Der Bezirk besteht aus dicht gedrängten Hochhäusern, überdachten Neonpassagen, mehrstöckigen Kaufhäusern, Spielhallen, Hotels, Kliniken und Mikrowohnungen. Tagsüber kommen Familien, Techniker und Touristen; nachts übernehmen Spieler, Clubbesucher, Geschäftsleute und Kunden, deren Einkäufe besser in keiner regulären Datenbank erscheinen.

Konsumparadies

Riesige Werbeschirme, elektronische Jingles und animierte Maskottchen prägen das Strassenbild. Nakamura Consumer Systems dominiert den sichtbaren Markt, doch zwischen den grossen Kaufhäusern liegen Hunderte kleiner Händler, Reparaturdienste und Spezialgeschäfte. Hier findet man Computer, Kameras, Cyberware, Haushaltsroboter, Spielkonsolen und Ersatzteile für Geräte, die offiziell längst nicht mehr unterstützt werden. Viele Geschäfte bieten Einbau, Kalibrierung und Finanzierung direkt vor Ort an. In den hinteren Passagen verschwimmt die Grenze zwischen legalem Handel, Graumarkt und Schwarzmarkt.

Das Herz des Bezirks sind die Spielhallen. Sie reichen von kleinen Kellern mit alten Automaten bis zu mehrstöckigen Vergnügungspalästen mit Rennsimulationen, Kampfspielen und professionellen Turnieren. OmniStar überträgt die grössten Wettbewerbe, Nakamura stellt die Systeme und Kliniken bieten Reaktionsoptimierungen für Profispieler an. Hinter der offiziellen Szene existieren illegale Wetten, manipulierte Spiele und Automaten, die als Zugangspunkte zu geschlossenen Netzwerken dienen.

Zahlreiche Kliniken, Schönheitszentren und Cyberware-Studios bieten kleinere Eingriffe, kosmetische Veränderungen und technische Wartung an. Markenkliniken arbeiten zuverlässig und teuer, während kleinere Anbieter gebrauchte Teile, kopierte Firmware oder experimentelle Systeme verbauen. Besonders beliebt sind leuchtende Augen, künstliche Hautmuster, Stimmfilter und modische Cyberarme. Manche Trends halten Jahre, andere nur bis zur nächsten Rückrufaktion.

Yakuza

Offiziell wird Kamimachi durch mehrere Händlervereinigungen verwaltet. Sie organisieren Reinigung, Sicherheit, Veranstaltungen und die Vergabe von Standplätzen. Tatsächlich besitzt die Yakuza erheblichen Einfluss. Die Yakuza kontrolliert nicht jeden Laden, wohl aber viele Kredite, Immobilien, Spielclubs und Sicherheitsverträge. Wer seine Verpflichtungen erfüllt, kann jahrelang unbehelligt Geschäfte machen. Wer sie bricht, verliert zunächst Lieferanten, Kunden und Genehmigungen. Offene Gewalt ist meist erst der letzte Schritt.

Hinter Hotels, Restaurants und Spielhallen liegen private Clubs und Hinterzimmer. Dort wird um Dollar, Gefallen, Informationen und Geschäftsanteile gespielt. Händler, Konzernvertreter und Yakuza-Mitglieder nutzen diese Orte für diskrete Verhandlungen. Kameras sind offiziell verboten, Aufzeichnungen existieren trotzdem.

Wohnen

Die meisten Bewohner leben in Mikrowohnungen oder Kapselhäusern. Die Unterkünfte sind klein, günstig und häufig an Arbeitgeber, Händlervereinigungen oder Kreditverträge gebunden. Küche, Bad und Arbeitsbereiche werden geteilt oder aus den Wänden ausgeklappt. Viele Bewohner verbringen deshalb mehr Zeit in Restaurants, Cafés und Spielhallen als zu Hause. Kamimachi ist anonym genug, um unterzutauchen, aber zu dicht, um wirklich unsichtbar zu bleiben.

Sicherheit

Kamimachi gilt als vergleichsweise sicher. Händlervereinigungen finanzieren Patrouillen, Kameras und schnelle Reaktionsteams. Die Kageyama-gumi sorgt zusätzlich dafür, dass Diebstahl, Vandalismus und zufällige Gewalt das Geschäft nicht stören. Die eigentlichen Gefahren sind weniger sichtbar: Schulden, Erpressung, verschwundene Personen und Verträge, die sich nicht mehr kündigen lassen.

Ein Bezirk für Runner

Für Runner bietet Kamimachi Technik, Daten und Kontakte. Hier lassen sich Geräte modifizieren, Cyberware beschaffen, Prototypen stehlen oder Menschen in Hotels und Spielhallen verfolgen. Häufige Aufträge drehen sich um Produktpiraterie, illegale Kliniken, manipulierte Turniere oder Händler, die ihre Verpflichtungen nicht erfüllt haben.