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Corporate Town¶

Corporate Town ist das wirtschaftliche, politische und technologische Zentrum von Angel City. Hier stehen die Hauptverwaltungen, Regionalzentralen und Arkologien der grössten Konzerne der Incorporated States. Schwarze Glastürme, breite Hochstrassen, private Parks und gewaltige Werbeflächen bilden eine Skyline, die selbst durch den Smog noch aus vielen Kilometern Entfernung sichtbar bleibt.
Der Bezirk beginnt dort, wo offene Strassen in kontrollierte Verkehrsachsen übergehen, Gebäude höher, Gehwege sauberer und Kameras zahlreicher werden. Besucherterminals prüfen Identität, Gesundheitsstatus, Kreditwürdigkeit und Aufenthaltsgrund. Wer eine Einladung, einen Arbeitsvertrag oder ausreichende Bonität besitzt, erlebt Corporate Town als sichere und komfortable Zone. Alle anderen werden meist schon an der nächsten Zufahrt umgeleitet.
Eine Stadt der Konzerne¶
Corporate Town gehört nicht einem einzelnen Unternehmen, sondern besteht aus zahlreichen Konzernterritorien, gemeinsam betriebenen Verkehrsachsen und neutralen Geschäftsbereichen. Aegis kontrolliert grosse Teile der digitalen Infrastruktur, Blackridge schützt Strassen und Gebäude, Crownwell finanziert Immobilien, Helix betreibt Kliniken, OmniStar Studios und Werbenetze, während Sunward Strom, Wasser und Kühlung liefert.
Zwischen den Konzernzonen liegen Hotels, Konferenzzentren, Einkaufsarkaden und breite Boulevards. Diese Bereiche gelten offiziell als öffentlich, doch fast jeder Quadratmeter ist vermietet, lizenziert, überwacht oder durch Nutzungsbedingungen geregelt.
Sicherheit und Ordnung¶
Corporate Town ist sauberer als fast jeder andere Teil Angel Citys. Reinigungsfahrzeuge und Drohnen arbeiten rund um die Uhr, während künstliche Grünanlagen und Wasserflächen selbst in der kalifornischen Hitze makellos bleiben. Obdachlose, spontane Märkte und unerwünschte Besucher werden von spezialisierten Diensten frühzeitig in geeignetere Zonen verlagert.
Uniformierte Kräfte kontrollieren die öffentlichen Bereiche, zivile Agenten bewegen sich unter Besuchern und biometrische Sensoren erfassen jeden Zugang. In sensiblen Zonen stehen gepanzerte Fahrzeuge, Kampfroboter und schnelle Eingreifteams bereit. Offene Schusswechsel sind selten, weil sie hier gewöhnlich sehr schnell beendet werden.
Leben in Corporate Town¶
Das Leben ist bequem, geregelt und teuer. Konzernmitarbeiter erhalten Wohnungen, Versicherungen, medizinische Versorgung und Zugang zu firmeneigenen Dienstleistungen abhängig von Rang und Vertragsstufe. Einsteiger wohnen in standardisierten Appartements, Spezialisten in grösseren Wohneinheiten und Führungskräfte in abgeschirmten Etagen mit privaten Gärten und Blick auf den Pazifik.
Miete, Nahrung, Verkehr, Medizin und Unterhaltung werden meist über interne Vergütungssysteme verrechnet. Dadurch hängt ein grosser Teil des Lebens direkt am Arbeitsvertrag. Wer seine Stelle verliert, verliert häufig zugleich Wohnung, Versicherung, Schulzugang der Kinder und einzelne Implantatlizenzen. Übergangsprogramme und Evakuierungsfristen sorgen dafür, dass dieser Prozess geordnet verläuft.
Tag und Nacht¶
Tagsüber gehört Corporate Town den Angestellten, Kurieren und Geschäftsreisenden. Firmenbusse und Limousinen bewegen sich durch kontrollierte Korridore, während Werbeschirme Börsenkurse, Produktvorstellungen und patriotische Nachrichten zeigen.
Nachts wird der Bezirk ruhiger, aber niemals dunkel. Fassaden leuchten in Konzernfarben, Lufttaxis ziehen zwischen den Türmen und exklusive Restaurants öffnen für Manager, Diplomaten und Stars. Gleichzeitig übernehmen Techniker, Reinigungsteams und Wachpersonal die unteren Ebenen, während in abgeschirmten Konferenzräumen Übernahmen, Geheimverträge und neue Corporate Wars vorbereitet werden.
Ein Bezirk für Runner¶
Für Runner ist Corporate Town zugleich Goldmine und Todesfalle. Hier befinden sich wertvolle Daten, wichtige Zielpersonen und zahlungskräftige Auftraggeber. Ein gestohlener Prototyp, eine verschwundene Führungskraft oder ein manipuliertes Dokument kann Milliarden bewegen.
Der Bezirk verzeiht jedoch kaum Fehler. Strassen, Fahrzeuge, Waffen und Gesichter werden lückenlos erfasst. Selbst ein erfolgreicher Einsatz kann Monate später durch eine vergessene Kameraaufnahme oder einen auffälligen Zahlungsdatensatz auffliegen. Runner kommen daher meist als Techniker, Lieferanten, Reinigungskräfte, Sicherheitsberater oder geladene Gäste. Hinter den glänzenden Fassaden sitzen Menschen, die Gewalt nicht ablehnen, sondern lediglich professionell auslagern.