Manche Dinge müssen erst ausprobiert werden. Dazu gehört offenbar auch die Initiativeregel von Corporate Wars – und, da beide Spiele verwandte Mechanismen verwenden, jene von Helden & Halunken.

Wer vom üblichen Prinzip abweicht, nach dem jeder Beteiligte genau einmal pro Runde handelt, handelt sich schnell zusätzlichen Verwaltungsaufwand ein. Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Eine komplexere Initiativeregel kann schnelle Charaktere deutlich besser abbilden und dafür sorgen, dass Reflexe oder Spürsinn im Kampf tatsächlich eine spürbare Bedeutung besitzen. Sie muss diesen Vorteil aber auch am Spieltisch liefern.

Das bisherige Verfahren hat diesen Test nur mittelmässig bestanden. Es funktionierte, verlangte jedoch mehr Rechnerei und Aufmerksamkeit, als sein spielerischer Gewinn rechtfertigte. Besonders das wiederholte Ermitteln weiterer Handlungszeitpunkte bremste den Kampf unnötig aus.

Weniger Aufwand, gleicher Vorteil

Darum erhalten sowohl Corporate Wars als auch Helden & Halunken eine angepasste Initiativeregel. Das neue Verfahren soll schneller zu verwalten sein und weniger Unterbrechungen verursachen.

Dabei bleibt ein wichtiger Grundsatz erhalten: Wer Reflexe beziehungsweise Spürsinn steigert, soll dafür belohnt werden. Hohe Werte dürfen nicht nur über die Reihenfolge entscheiden, sondern müssen weiterhin zusätzliche Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Die Vereinfachung soll den Verwaltungsaufwand treffen, nicht den Nutzen schneller Charaktere.

Regeln entstehen eben nicht allein am Schreibtisch. Manchmal sehen sie dort hervorragend aus und benehmen sich am Spieltisch trotzdem wie ein Einkaufswagen mit kaputtem Rad. Dann muss nachgebessert werden.