Ein Wort vom Autor
Abenteuer im
Sternenmeer ist entstanden, weil in Helden
& Halunken schon immer ein Stück Sternenstaub im
Dreck der Strasse lag. Aerd war nie als saubere Mittelalterwelt
gedacht. Unter alten Burgen liegen Maschinen. In Ruinen stehen
Tore, deren Erbauer längst vergessen sind. Magie, Alchemie und
Technik teilen sich denselben Arbeitstisch, und manchmal weiss
niemand mehr, ob ein Fundstück ein Zaubergerät, eine Waffe, ein
Ersatzteil oder einfach nur sehr gefährlicher Schrott ist.
Das Sternenmeer führt diesen Gedanken nur konsequent weiter. Die Strasse endet nicht am Horizont. Manchmal führt sie durch einen Sternentor, vorbei an Wracks, Zollstationen, toten Monden und Häfen, in denen niemand fragt, solange bezahlt wird. Mir war dabei aber wichtig, dass das Sternenmeer kein sauberer Science-Fiction-Raum wird. Keine sterile Zukunft, keine glatten Uniformen, keine endlosen technischen Erklärungen. Es bleibt H&H: Schiffe knarren, Mannschaften fluchen, Vorräte zählen, Verträge haben Haken, und ein kaputter Antrieb ist meistens weniger romantisch als teuer.
Gleichzeitig sollte dieser Band nicht einfach „Fantasy im Weltall“ als Kostümnummer sein. Das Sternenmeer ist älter als Aerds Gegenwart. Es trägt Spuren des Aerdianischen Imperiums, des Allianzkriegs, verlorener Kolonien, fremder Völker und alter Rechnungen. Für die Menschen von Aerd ist es eine Öffnung. Für viele andere ist es die Rückkehr eines Namens, den sie lieber in alten Archiven gelassen hätten. Das gefällt mir: Aerdianische Abenteurer treten hinaus und merken schnell, dass sie nicht die ersten sind, nicht die wichtigsten und ganz sicher nicht überall willkommen.
Trotzdem bleibt der Kern gleich. Es geht nicht um makellose Helden, große Prophezeiungen oder saubere Weltrettung. Es geht um Kompanien, die einen Auftrag annehmen, weil jemand zahlt, weil jemand vermisst wird, weil eine Route wieder offen sein muss oder weil in einem Wrack etwas liegt, das angeblich niemand mehr braucht. Manchmal tun sie dabei etwas Gutes. Manchmal etwas Kluges. Manchmal nur etwas, das beim ersten Bier noch wie ein Plan klang.
–– Sven, im Juni 2026